Naturheilpraxis Deger


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Heilpflanzenporträts

Große und kleine Brennnessel (Urtica dioica und urtica urens)

Vorkommen:

Brennnesseln finden sich nahezu weltweit mit Ausnahme der Permafrostgebiete.
Die Brennnessel wächst gerne auf stickstoffreichen Böden. Sie ist eine der Erstbesiedlerinnen von Schuttplätzen oder Mutterbodenanhäufungen bei Baustellen. Wo sie einmal Fuß gefasst hat bleibt sie sehr ausdauernd bestehen. Brennnesselpflanzen mit einem Alter von über 20 Jahren sind keine Seltenheit.

Botanische Beschreibung:

Die kleine Brennnessel erreicht eine Höhe von 30-60 cm während ihre große Schwester stolze 150 cm erreichen kann, bei sehr nährstoffreichen Böden sogar noch mehr.
Die behaarten Blätter sind bis zu acht Zentimeter lang und von dunkelgrüner Farbe, am Ansatz herzförmig, in eine Blattspitze auslaufend. Der Blattrand ist meist grob gesägt. Die Blätter tragen zwei unterschiedliche Arten von Haaren. Die längeren Haare sind die Brennhaare, welche an ihrem Ende eine Art "Sollbruchstelle" aufweisen (s.u.) .Die kürzeren Haare sind "normale Haare" und brennen nicht. An dem unverzweigten vierkantigen Stängel sind die Blätter kreuz-gegenständig angeordnet. In den Blattachseln wachsen häufig Nebenblätter. Dort erscheinen auch die Blüten. Bei der großen Brennnessel (Urtica dioica = zweihäusig) sind dies entweder weibliche (lange überhängende grünlich bis violettfarbene Rispen) oder männliche (kurze aufrechte grünliche Rispen). Die kleine Brennnessel trägt einen einhäusigen Blütenstand. Blütezeit ist Juni bis Oktober.
Die Vermehrung der Brennnesseln erfolgt vegetativ über Rhizome, ansonsten auch über Windbestäubung. Die Früchte der Nesseln sin zwischen einem und 14 mm groß und werden als Nüsschen bezeichnet, wohl wegen ihres knackigen und nussigen Geschmackes.

Besonderheiten:

Die Brennnessel verfügt über einen Schutzmechanismus, der die meisten potentiellen Fressfeinde nach dem ersten Versuch vergrault.
Die Brennhaare laufen auf ein kleines seitlich abgekipptes Köpfchen aus. Direkt darunter ist die schwächste Stelle, welche bei leichter Berührung von oben oder der Seite abbricht. An der Bruchstelle findet sich nun eine scharfe kanülenartige Kante welche in die Haut des Opfers sticht und ihren Inalt (Ameisensäure=Methansäure) injiziert. Es reicht schon ein Zehnmillionstel Gramm dieser
Flüssigkeit um einen sofortigen Brennschmerz und eine Quaddel auszulösen.
Weitere Wirkstoffe sind Serotonin, Histamin, Acetylcholin und Natriumformiat. Histamin erweitert die kleinen Blutgefäße und kann Reaktionen hervorrufen die einer Allergie ähneln. Acetylcholin ist als Überträgersubstanz an den Nervenenden für die Empfindung und Weiterleitung des Schmerzes verantwortlich.

Das Besondere an dieser Heilpflanze ist nicht nur ihr Nessel"gift" (Ameisensäure = Methansäure), sondern auch ihr hoher Gehalt an Chlorophyll, Eisen und Vitamin C. Dies machte sie in Notzeiten zu einer begehrten Speisepflanze (Brennnesselspinat, Brennnesselsuppe).
Bei der Zubereitung der Brennnessel als Speise werden zuerst die Brennhaare "entschärft". Dazu wird die Pflanze geklopft, gewalkt oder mit Wasser abgebraust. Brennnesseln wurden früher auch dazu benutzt Lebensmittel wie Butter, Käse oder Fleisch einzuwickeln. Die Wirkstoffe in den Blättern haben eine keimhemmende Wirkung auf viele Bakterienarten.

Nutzung der Brennnessel in der Heilkunde:

In der
Phytotherapie wird die Brennnessel unter anderem gegen folgende Erkrankungen eingesetzt:

  • Anämie (Nahrungsergänzung, innerlich, wegen des Eisengehaltes)
  • Gelenk- und Muskelrheuma (Körperstreichungen, ganze Pflanze, äußerlich)
  • Gicht (Körperstreichungen, ganze Pflanze, äußerlich)
  • Haarausfall (Tinktur der ganzen Pflanze)
  • Hexenschuss und Ischiasbeschwerden (Brennflüssigkeit, äußerlich)
  • Blasenentzündungen, Nierengries (Teezubereitung, innerlich)



In der
klassischen Homöopathie findet die Brennnessel beispielsweise Verwendung bei:

  • Exanthemen
  • Gicht
  • Verbrennungen
  • Muttermilchunterproduktion




Brennnessel (Urtica dioica) am Flussufer

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